Four nights in Bangkok | The city of angels

03.04.2017

Durch Filme wie Hangover hat Bangkok für mich den Ruf einer lauten, dreckigen und hecktischen Stadt bekommen. Teilweise entspricht das auch der Realität dort. Es ist sehr schwül draußen (fast erdrückend) und in der Wohnung kommt man ohne Klimaanlage kaum aus. Auf den Straßen herrscht schon um 6 Uhr früh ein solcher Verkehr, wie bei uns nicht mal zur schlimmsten Rush Hour. Für eine Strecke die normalerweise 20 Minuten in Anspruch nehmen würde braucht man locker mal 1 Stunde oder länger. Wer noch nie in Bangkok Auto gefahren ist sollte das meiner Meinung nach nicht versuchen, ich würde es zumindest nicht machen wollen. Verkehrsregeln als solche sind eigentlich nur "Richtlinien" und in Wahrheit fährt dort jeder wie es ihm grade passt. Auf viel befahrenen Straßen und vor allem im Fall von Stau ist das Tuk Tuk eines der besten und schnellsten Transportmittel in Bangkok. Nichtsdestotrotz war Bangkok für mich eine unglaublich coole neue Erfahrung. Was ich persönlich sehr schön fand war, dass trotz der Hektik die dort überall herrscht die Menschen unglaublich freundlich sind. Überall kommt einem ein Lächeln entgegen, nicht umsonst wird es das Land des Lächelns genannt. Nirgendwo sonst habe ich eine solche Herzlichkeit gefühlt. 

Ich und meine Freundin wohnten während unseres Aufenthalts bei ihren Verwandten (einem Deutschen und einer Thai), die etwas außerhalb von Bangkok ein Haus haben. Dadurch konnten wir nicht nur die typischen Touristeneindrücke sammeln, sondern haben gesehen, wie die Menschen in Thailand tatsächlich leben. Es ist in vielerlei nicht mit dem europäischen Standard zu vergleichen. Beispielsweise, und das störte mich am meisten, wohnen Insekten dort wirklich überall. Kakerlaken krabeln aus den kleinsten Löchern im Boden und Echsen spazieren einfach im Wohnzimmer an der Wand rum. Die Schuhe müssen immer ausgezogen werden, bevor man in die Wohnung oder in das Haus geht (das gilt auch für Geschäfte, Tempel und Apotheken, nicht aber für Restaurants und Shoppingcenter), wobei ich mir immer Sorgen machte am nächsten Tag eine Kakerlake im Schuh zu finden. Während meistes Aufenthalts in Thailand habe ich aber gelernt mit den Krabbeltieren halbwegs umzugehen. Vor allem in Krabi, als eine Spinne plötzlich auf mir saß oder als ein kleiner Skorpion an meinem Fuß vorbei lief, konnte ich halbwegs ruhig bleiben. Man muss sich eben seinen Ängsten stellte. 

Natürlich haben wir in Bangkok einige typische Touristenaktivitäten gemacht. So besuchten wir die wunderschönen Tempel, die berühmte Khaosan Road, den großen Sonntagsmarkt, die vielen Shopping-Center und wir aßen Hähchen vom Straßenstand (auch liebevoll Staubhähnchen genannt, es ist aber wirklich sehr lecker; man darf nur nicht daran denken wie viel Staub von der Straße tatsächlich auf dem Hähnchen landet). Übrigens wurde uns gesagt, dass kein Einheimischer in Thailand Spinnen oder andere fritierte Insekten essen würde. Das wird extra für die Touristen angeboten.

Einer der schönsten Ausflüge war für mich das Erawan Museum mit der Statue des dreiköpfigen Elefanten. Die gesamte Location war pink, der Garten herrlich grün und voller schöner Blumen und Bäume und die Aussicht aus dem Kopf des Elefanten heraus war fantastisch. Da dort nicht viele Menschen waren hatte ich ein tolles Gefühl der Ruhe. Auch die Gebetsrituale waren viel angenehmer, wenn um einen herum nicht all zu viel los ist. Nach dem Thailandurlaub bin ich übrigens ein großer Fan des Buddhismus geworden. Ich finde es ist eine sehr friedliche und schöne Religion und auch das Meditieren sollte ich ruhig öfter in Deutschland machen. Die anderen Tempel die wir besucht haben (alle Bilder findet ihr weiter unten im Artikel) waren super schön und jeder auf seine Art und Weise interessant. Die vielen Details sind wirklich beeindruckend.

Übrigens, wer sich in Bangkok eine Massage gönnen will, dem kann ich das Healthland nur empfehlen. Es war eines der besten Spas die ich je besucht habe. Für ca. 1.500 Baht (umgerechnet 40 Euro, also wirklich nicht so teuer) konnten wir eine 1 1/2 stündige Ganzkörpermassage genießen, die wirklich alle meine Erwartungen übertroffen hat. Das ganze Spa riecht schon so herrlich nach verschiedenen Ölen. Im Behandlungsraum befindet sich eine Dusche, die man vor der Behandlung auch nehmen sollte und auch möchte. In Bangkok schwitzt man nicht nur permanent, es ist auch überall staubig, so dass ich ständig das Bedürfnis nach einer Dusche hatte. Im Raum herrscht auch eine unglaubliche Ruhe, der Lärm der Straße ist nicht zu hören, lediglich eine leise entspannende Musik im Hintergrund. Während der Massage wurde kaum gesprochen, was ich sehr gerne mag, und danach fühlte ich mich tiefenentspannt. Im Healthland werden ja verschiedene Massagen angeboten, wobei mir die Entspannungsmassage sehr gut gefallen hat. Eine Thaimassage haben wir erst später auf Krabi ausprobiert, die kann ich aber persönlich nicht weiter empfehlen. Die Thaimassage ist im Grunde eine Aneinanderreihung verschiedener Streckpositionen und Dehnbewegungen (ich wusste das vorher nicht), die sicherlich bei wirklichen Problem hilfreich sein können. Wer aber nur entspannen sollte lieber nicht dazu greifen. Ich war nach der Thaimassage so fertig, dass ich erstmal eine wirkliche Massage gebraucht habe.

Was ich auch besonders toll fand während unseres Bangkokaufenthalts war eine Veranstaltung des Foodlands. Das Foodland ist eine große Supermarktkette in Thailand, welche für einige ausgewählte Kunden eine Feier veranstaltet hat (die wird jährlich veranstaltet), die wir dank ihren Verwandten besuchen durften. Dort gab es kostenloses Essen (wirklich alles was man sich nur vorstellen kann: Burger, Döner, Hühnchen, Fisch, Steaks, Brot, Thaispezialitäten, Desserts) und Trinken (Sekt, Bier, Säfte und einen ganz ganz tollen Rosewein) für alle Besucher. Eine tolle Aussicht auf die Skyline von Bangkok und dazu passende Musik gab es obendrein. Dort wären wir als Touristen sicherlich niemals reingekommen. Obwohl ich gerne von allem etwas probiert hätte war mein Hunger durch die ständige Hitze in Bangkok getrübt. Ich habe etwas von dem Fisch probiert, auch habe ich etwas Curry gegessen und ein kleines Dessert gehabt. Wäre das Klima dort anders gewesen hätte ich sicherlich noch viel mehr probiert. Der Rosewein war wirklich unglaublich lecker. Nach der Veranstaltung sind wir gleich in das Foodland gefahren und wollten uns eine Flasche davon gönnen. Ich sage gegönnt, weil der Preis unerwartet hoch war! So hoch, dass wir das lieber sein liesen. 

Viele sagen, dass man Bangkok entweder lieben oder hassen muss. Dazwischen gibt es nichts. Ich finde aber, dass es sehr wohl einen Mittelweg gibt. Die Stadt ist nicht jedermanns Geschmack, sie ist laut, überfordernd, nervenaufreibend und voll. Doch es gibt Orte der Ruhe und Entspannung, sei es im Tempel bei einem Gebet oder im Spa bei einer Massage. Das Lächeln und die Freundlichkeit der Menschen lassen die eigene Laune gleich besser werden und das Essen ist fantastisch, sowohl im Restaurant als auch auf der Straße. Ich bin kein Fan von heißen Temperaturen und das hat mir dort am meisten zu schaffen gemacht. Auch bin ich kein super geduldiger Mensch, Stau ist für mich schon in Deutschland eine Folter und in Bangkok war es um einiges schlimmer. Komischerweise war ich aber viel ruhiger und gelassener während meines Aufenthalts dort (wahrscheinlich weil ich nicht selbst am Steuer saß). Bei meinem nächsten Urlaub in Thailand werde ich sicherlich wieder nach Bangkok kommen, schließlich gibt es noch vieles mehr zu entdecken. 


Wat Phra Kaeo ist der Tempel des Königs im alten Königspalast.


Im Wat Pho begeistert die Besucher die 45 Meter lange Statue des liegenden Buddha.


Wat Arun


Erawan Museum

Dieses Museum begeistert durch die Statue des dreiköpfigen Elefanten. Seine besondere Architektur macht ihn so einzigartig.


Health Land

Nach zwei Taxifahrten (die Taxifahrer kennen sich wohl auch nicht alle in Bangkok aus; kein Wunder, wenn man bedenkt wie riesig diese Stadt ist) kamen wir im Health Land an. Dieses Spa bietet eine tolle Auswahl an Massagen an und diese sind jeden Cent wert. Noch nie hatte ich eine so entspannende Massage wie dort. Kann ich jedem nur empfehlen.


Khaosan Road

Ganz viele Restaurants, Bars und viele leckere Straßenstände. Dort geht keiner hungrig nach Hause. Auch kann man dort viele neue Leute treffen, denn diese Straße ist beliebt bei Backpackern aus aller Welt.


Weitere Bilder aus Bangkok